My first hometown glory was dedicated to my almost painful longing to be at home again. While my life in Berlin had been filled with doubts, sorrow, loneliness and anger, being in Hamburg made me feel surrounded by warmth, ease and love. Now, over a year later, I can finally say that I am in peace. I can come home, knowing that this is my refuge yet not the place I belong right now. Home is no more an unsatisfiable desire but a but an emotional timeout to prepare myself for all the excitements and perks of life that wait for me in my second home.
10 Uhr am Freiburger Hbf, 16 Uhr am Berliner Hbf, 17 Uhr in Friedrichshain, 23 Uhr in Pankow, 12 Uhr in Zehlendorf, 18 Uhr am Flughafen-Schönefeld, 6 Tage später wieder in Mitte, endlich zu Hause. Manchmal braucht es Ferne, Hektik, Rastlosigkeit, Reizüberflutung, um sich an dem Ort zu Hause zu fühlen, vor dem man doch so gerne entfliehen wollte.
Ende Januar verbrachte ich zwei super schöne Tage in Polen. Im Rahmen eines Seminars machten wir eine Exkursion nach Posen, Gnesen und Torun. Ich bin mir sicher, dass es mich nach diesem kurzen Besuch mindestens noch einmal nach Polen ziehen wird. Obwohl es unerträglich kalt war, erleben wir einen heiteren Freitag Abend in Posen als die Innenstadt mit feierlustigen Studenten bevölkert war. Gerade im Sommer, wenn die wunderschönen Altstädte Posens und Toruns mit noch mehr Leben gefüllt sind, muss die Stimmung dort traumhaft sein.
Wir kamen mittags an und verbrachten den Nachmittag und Abend bei einer Stadtführung durch Posen. Dank des klaren Himmels wurde Posen bei Sonnenuntergang ins schönste Licht getaucht. Die Altstadt im Dunkeln erinnerte mich sehr an Städte wir Freiburg. Als krönenden Abschluss durften wir einmal die Posener Martinshörnchen probieren, die es nur zu einer ganz bestimmten Zeit, von bestimmten Bäckern auf eine strikt festgelegte Weise zubereitet, in Posen zu kaufen gibt. Eine wahre Kalorienbombe mit Zuckerschockgarantie, aber sehr lecker.
Am nächsten Morgen machten wir einen recht kurzen Abstecher in Gnesen. Leider haben wir die meiste Zeit am Bahnhof verbracht, als der Zug ganze 2 Stunden Verspätung hatte. Mein Eindruck von der Stadt ist deswegen nur sehr selektiv. Der Ort war jedoch gerade für mich interessant, weil er direkt mit meinem Referats- und Hausarbeitsthema verknüpft war und sich nun alles theoretische Wissen mit Leben gefüllt hat.
Dank der Zugverspätung kamen wir erst am Nachmittag in Torun an und mussten unsere Stadtführung in den Abend verlegen. Leider war es so kalt, dass ich mich dagegen entschied, meine Kamera mitzunehmen - das bereue ich noch heute. Torun hat eine der schönsten Altstädte, die ich je gesehen habe. Die Architektur war beeindruckend und ich kann mir vorstellen, wie schön es sein muss mit einem Eis an einem warmen Sommerabend durch die Gassen zu laufen. Diese zwei Bilder entstanden bei unserer Ankunft am Toruner Bahnhof.
Es war wirklich ein Jammer, dass es so furcchtbar kalt war. Wir waren bei Stadtführung nur damit beschäftigt, unsere Glieder vor dem Erfrieren zu bewahren. Danach gingen wir noch sehr lecker Essen - diese Kartoffelpuffer mit super leckeren Soßen dazu kann ich wärmstens weiterempfehlen, vor allem da man dort sehr günstig Essen gehen kann.
Frühling und Maifest bei mir um die Ecke. In genau einer Woche ziehe ich in eine neue WG. Ich denke, ich werde Kreuzberg vermissen - dieser pulsierenden Schmelztiegel, der mich auch an vielen Tagen überfordert, gar an den Rand des Wahnsinns gebracht hat. Vermissen werde ich genau dieses sommerliche Kreuzberg, das an sonnigen Tagen vor lauter Musik, gut gelaunten Menschen und Essen auch mich mit purer Motivation und Lebensfreude erfüllte.
Ich habe in den 4 Jahren mit diesem Blog noch nie so lange geschwiegen. Aber ich lebe noch - ein guter Freund von mir tut das seit Ende Mai nicht mehr. Die Monate seitdem waren wirklich sehr schwierig und mir fehlen seitdem Worte, Inspiration, Motivation. Die ganze Zeit über wollte ich gerne wieder Bilder und Texte mit euch teilen, aber es ging irgendwie nicht. Was mich gerettet hat, ist der Sommer und ein paar Menschen, die immer da waren. Hier seht ihr Bilder vom Karneval der Kulturen, als mein Leben noch ein anderes war.